Kunst Studio Dalia Blauensteiner Krems   Studio Dalia Blauensteiner
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  • Prof. Dr. Gerhard Gensch
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  • Landschaften, Stilleben
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Referenz

Prof. Dr. Gerhard Gensch
Kurator Campus Cultur
Donau-Universität Krems

Tanzend in die Einsamkeit

Dalia Blauensteiner zeigt in ihren Bildern Ausschnitte einer Weltsicht, in der Vordergründiges zum Anlass genommen wird,
den Betrachter in tiefgründige Geschichten zu locken, in imaginative Landschaften und narrative Felder von starker Farbigkeit
und großem Gestus. Obwohl Blauensteiner in vielen ihrer Arbeiten überzeugend zeigt, dass sie gelernt hat, Abstraktion und
Ausdrucksstärke subtil zu verbinden, etwa in ihrem Bild „Der Engel einer Nacht“ (Öl auf Leinwand), hat sie sich in den letzten
Jahren vor allem der gegenständlichen Malerei zugewandt und dabei die menschliche Figur in den Mittelpunkt gestellt.

Dies gelingt ihr besonders gut in einer Werkreihe, in der der feminine Körper im Zentrum steht. Fast schwebend tänzeln die
Wespen-Taillen-Figuren durchs Bild und verführen den Betrachter, sie auf ihrem Weg, wo immer auch hin, zu begleiten. Dieser
Leichtigkeit des Seins und dem flüchtigen Liebesglück stellt Blauensteiner in anderen Bildern die dunkle Seite der Zweisamkeit
entgegen, wie dies deutlich in den Bildern „Zweieinsamkeit“ oder „Verabschiedung“ (Pastell auf Papier), thematisiert wird, in
denen sie ihre bildnerischen Mittel stark verknappt und spielerisch mit Zitaten und Versatzstücken vergangener Stilepochen
umgeht. Die gilt auch für ihre Landschaftsbilder und Stilleben.

Die Bilder von Dalia Blauensteiner leben durch ihre anspringende Farbigkeit, der sich die formale Struktur unterordnet. Dabei
zeigt die litauische Künstlerin ein feines Gespür für Farbfelder und Aufbrüche an den Rändern der Farben, für fließende
Ü bergänge und motivische Metamorphosen und vertraut darauf, dass der Betrachter ihr semiotisches System entschlüsselt,
sich dem Tiefensog der Bilder nicht entziehen kann.

Krems, Februar 2008

 
   © Dalia